Klinische Studie: Vorläufige Ergebnisse der Radiochemotherapie plus modulierte RF-Hyperthermie und HDR-Brachytherapie bei LACC
Präsentiert auf dem Kongress der European Society for Hyperthermic Oncology (ESHO)

Pilotstudie der Universität Sapienza: Wirksamkeit des HyDeep 600WM bei lokal fortgeschrittenem Zervixkarzinom (LACC).
Autoren: E. Clarke, V. De Sanctis, C. Scaringi, M. Valeriani, M. F. Osti, R. Maurizi Enrici
Sant’Andrea Hospital, Abteilung für Strahlentherapie, Universität Rom „Sapienza“, Rom, Italien
Zusammenfassung der klinischen Studie
ZIELE
Untersuchung der Ergebnisse einer Radiochemotherapie kombiniert mit modulierter RF-Hyperthermie (mHT) und High-Dose-Rate-Brachytherapie (BRT) bei lokal fortgeschrittenem Zervixkarzinom (LACC). Während die Radiochemotherapie den Standard darstellt, hat die Ergänzung der Strahlentherapie (RT) durch regionale Tiefenhyperthermie gezeigt, dass die lokale Tumorkontrolle und das Gesamtüberleben verbessert werden können, ohne die behandlungsbedingte Toxizität der Grade 3 bis 4 zu erhöhen.
MATERIAL UND METHODIK
In eine Pilotstudie wurden Patientinnen mit LACC oder lokal rezidivierendem Zervixkarzinom (LRCC) aufgenommen. Das Behandlungsprotokoll umfasste:
- Onkologische Hyperthermie: Wöchentliche Sitzungen mit dem Andromedic HyDeep 600WM Hochleistungssystem für onkologische Hyperthermie (13,56 MHz).
- Chemotherapie: Wöchentliches Cisplatin (40 mg/m²).
- Strahlentherapie (IMRT): 50,4 Gy mit SIB-Integrated-Boost auf das GTV für insgesamt 61,8 Gy.
- Brachytherapie (BRT): 21 Gy in 3 Fraktionen (HDR).
KERNERGEBNISSE
Alle LACC-Patientinnen erreichten eine lokale Kontrolle von 100 %.
Es wurde keine behandlungsbedingte akute oder späte Toxizität der Grade 3 bis 4 beobachtet. Das HyDeep 600WM System für modulierte RF-Hyperthermie erwies sich als sicherer und hocheffektiver Radiosensitizer für Beckentumoren.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Dieses Regime wurde gut vertragen und zeigte ein exzellentes klinisches Ansprechen. Die Ergänzung der Radiochemotherapie durch mHT stellt eine vielversprechende neue Strategie für das Management des Zervixkarzinoms dar.
WISSENSCHAFTLICHE REFERENZEN
- 1. Lutgens L. et al. Hyperthermia and RT for LACC. Cochrane Database Syst Rev. 2010.
- 2. van der Zee J. et al. Radiotherapy plus hyperthermia in pelvic tumours. Lancet. 2000.
- 3. Green J. et al. Chemotherapy and radiation for uterine cervix cancer. Cochrane Database 2005.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Wie verbessert das HyDeep 600WM mHT-System die Behandlung von Zervixkarzinomen?
A: Das Andromedic mHT-System nutzt modulierte 13,56 MHz Radiofrequenz, um Tumorgewebe selektiv zu erwärmen. Dies fördert die Vasodilatation und verbessert die Oxygenierung, wodurch Krebszellen empfindlicher gegenüber Strahlentherapie und Cisplatin werden, was in klinischen Pilotstudien zu einer lokalen Kontrolle von 100 % führte.
F: Erhöht die zusätzliche regionale Tiefenhyperthermie die Nebenwirkungen der Strahlentherapie?
A: Nein. Gemäß den Ergebnissen dieser ESHO-2014-Hyperthermie-Studie wurden keine akuten oder späten Toxizitäten der Grade 3 oder 4 registriert, wenn die regionale Tiefenhyperthermie mit dem HyDeep 600WM mit IMRT und Brachytherapie kombiniert wurde.
F: Was bedeutet die in dieser Studie erreichte „100 % lokale Kontrolle“?
A: Dies bedeutet, dass bei allen Patientinnen, die mit der Kombination aus modulierter RF-Hyperthermie mittels HyDeep 600WM und Standard-Radiochemotherapie behandelt wurden, während des Nachbeobachtungszeitraums keine Tumorprogression oder Rezidive im behandelten Beckenbereich auftraten. Während bei einer Patientin Fernmetastasen (außerhalb des Beckens) auftraten, verhinderte die Lokalbehandlung erfolgreich das Wachstum des Primärtumors, was die hohe Wirksamkeit der Radiosensibilisierung in der Beckenregion demonstriert.
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